Jiu Jitsu Dieses traditionsreiche Kampfkunst entstand im feudalen Japan aus den waffenlosen Selbstverteidigungstechniken der Samurais. Die Legende besagt, daß der japanische Arzt A. Yoshitoki
in China die Kunst der waffenlosen Selbstverteidigung erlernte und festellte, daß man zur wirkungsvollen Ausführung der Techniken viel Kraft benötigt. Nach seiner Rückkehr nach Japan, beobachtete er im Winter bei starkem Schneefall
einen Kirschbaum und eine Weide. Die harten steifen Kirschbaumäste brachen, während die geschmeidigen Äste der Weide durch sanftes nachgeben unter der Last der Schneemassen unbeschädigt blieben. Durch diese
Beobachtung wurde Yoshitoki inspiriert zur Entwicklung eines Kampfsystem bei dem der Schwächere durch Nachgeben siegt wie die Weide. Er zog sich zu diesen Zweck in den Tempel „Tenango“ in Tshukushi zurück. Aufgrund seiner Kenntnisse der Anatomie und Physiologie entwickelte er 103
Selbstverteidigungsgriffe. Getreu seines Prinzips: ,,Nachgeben, um zu siegen.“ Diesem System gab er den Namen „yoshin-ryu“ ( Weidenherz-Schule ). Im 20. Jahrhundert wurde diese japanische Kampfkunst weltweit unter dem Namen Jiu
Jitsu bekannt ( Jiu = weich, sanft Jitsu = Kunst ). Jiu Jitsu - Die Sanfte Kunst - beinhaltet die Abwehr eines Angriffs, nach ökonomischen Prinzipien des größtmöglichen Nutzens bei geringstem Kraftaufwand, unter Ausnutzung von
Hebelgesetzen und der Kenntnis der anatomischen Schwachstellen des menschlichen Körpers. So wurden durch Ausnutzen der gegnerischen Kraft, durch ausweichende und nachgebende Bewegungen sehr praktische Abwehrgriffe geschaffen,
die auch stärkere Gegner und Angreifer leicht zu Fall bringen konnten. In Deutschland wurde das Jiu Jitsu erstmals durch Erich Rahn bekannt, der diese asiatische Kunst etwa um 1900 in Berlin einführte. Da das Jiu Jitsu im 2.
Weltkrieg von den Besatzungsmächten verboten wurde, bestand nach 1945 nur noch ein geringes Interesse an dieser aus der Mode gekommenen Kunst. Seine kurze Popularität wurde durch die neuen Formen des Judo und später durch Karate
schnell verdrängt. Doch es befindet sich wieder im Aufwind seit vor einigen Jahren die neue Form des Jiu-Jitsu in Deutschland bekannt und verbreitet wurde, welches von verschiedenen Jiu Jitsu Großmeistem des traditionellen
japanischen Jiu Jitsu entwickelt wurde. Es entstand das moderne Jiu Jitsu welches nichts mehr mit der Zen-Budistischen Weltanschauung zu tun hat. Die Entwicklung des modernen Jiu Jitsu ist mehreren international bekannten Jiu
Jitsu-Meistern zu verdanken welche das Jiu Jitsu wieder zum Erfolg führten. + Erich Rahn 10. Dan aus Berlin + Robert Tobler 10. Dan aus der Schweiz + Josef Ebetshuber (10. Dan) aus Österreich
Hubert Baron Klinger von Klingersdorf 10. Dan aus Österreich Horst Weiland 10. Dan aus Wilhelmshaven Karl Wagner 10. Dan aus Kaiserslautern + Prof. Franz Rautek aus Österreich
+ Alfred Rhode aus Frankfurt + Knud Janson 6. Dan aus Dänemark und viele andere große ,,Jiu-Jitsu“-Meister. Heute zählt Jiu Jitsu als sehr effektives und zeitgemäßes Körper- und Geistestraining welches der
Ernstfallschulung dient. Der Grund für diese Renaissance ist außerdem die Tatsache, daß durch einige technische Änderungen das moderne Jiu Jitsu Programm schematisiert und auf das Notwehrgesetz sowie der heutigen Angriffsweise
angepaßt wurde. Es werden Falltechniken, Würfe, Haltegriffe, Hebel- und Transporttechniken. Zudem werden Schlag-, Stoß- und Trittechniken gegen vitale Punkte ( Atemipunkte ) sowie Nervendrucktechniken und gelehrt. Das moderne
Jiu-Jitsu vermittelt neben dem Selbstverteidigungsaspekt, Geduld und Einfühlungsvermögen beim Umgang mit dem Partner sowie das erforderliche Selbstbewußtsein für den Ernstfall. Das Umsetzungspotential der Techniken wird so
realistisch wie möglich geschult unter Berücksichtigung der psychischen Streßfaktoren, welche bei einem Angriff entstehen. Einen Teil der Ausbildung stellt die spezielle Kampfsport-Gymnastik dar, welche die Muskeln elastisch und
zugleich widerstandsfähig machen, den Nacken, die Finger, die Rücken- und Bauchmuskeln kräftigen und die Wirbelsäule stark und biegsam werden läßt. Im modernen schematisierten Jiu Jitsu Ausbildungsprogramm gibt es 5
Schüler- und 10 Meisterstufen welche durch immer schwerer werdende Prüfungen erlangt werden können. Die Stufen sind durch folgende Gürtelfarben gekennzeichnet: weiß, gelb, orange, grün, blau, braun, schwarz ( vom 1. bis 5. Dan ),
rot-weiß gestreift ( vom 6. Bis 8. Dan ) und rot ( ab den 9. Dan ). Für das moderne Jiu Jitsu wurde ein spezielles Wettkampfsystem ausgearbeitet, welches einen faires sportliches und gefahrloses Messen zweier
Jiu-Jitsu Kämpfer ermöglicht. Jiu Jitsu ist wissenschaftlich hochinteressant, verleiht Selbstvertrauen und ist in jeder Hinsicht eine zuverlässige und wertvolle Hilfe. Unterrichtet wird Jiu Jitsu nach modernsten physiologischen
und pädagogischen Erkenntnissen. Es ist der Sport der Gegenwart und der Zukunft.
Jiu Jitsu
Jiu Jitsu ist die traditionelle waffenlose Kampfkunst der Samurai. Auch in dieser Kampfkunst wurden die unterschiedlichsten Stile entwickelt aus denen viele uns
heute bekannten Kampfsportarten wie Aikido oder Judo entstanden. Wie alt das Jiu Jutsu ist lässt nur vermuten, aber es hat definitiv eine lange Geschichte hinter sich
Mit freundlichen Grüßen Meister Matthias Willner
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