Bo/ Hanbo-Jitsu Gemeint ist damit der japanische Stockkampf welcher eine jahrhundertealte Geschichte hinter sich hat. Der Stock war früher ein Gebrauchsgegenstand der Bauern und Fischer z.B.
zum Tragen von Lasten oder zum Abstoßen der Boote in seichten Gewässern. Da dem gemeinen Volke das Tragen von Waffen untersagt war, wurden unter anderen Arbeitsgeräten auch diese Stöcker als Waffe benutzt. So entwickelte sich
das Bo-Jutsu über viele hundert Jahre, zudem wurde es durch den Einfluß der Samurai Waffenkunst geprägt z.B. wurde das Bo-Jutsu durch Strategien und Techniken aus dem klassischen Kenjutsu verfeinert. Im 17. Jahrhundert
entwickelte der Japaner Muso Gonosuke eine Bo-Jutsu Lehrmethode. Es beinhaltet neben Angriffs-, Verteidigungstechniken und mehrere Katas auch einen geistig- philosophischen Hintergrund. In dieser Zeit hat das Bo-Jutsu
einem derart hohes technisches Niveau entwickelt, daß man wirklich von Perfektion oder besser Kunst sprechen kann. Die Kunst bestand unter anderen darin „eins zu werden mit der Waffe“ um einen harmonischen Energiefluß
zu ermöglichen. Die Waffe wird dabei als künstliche Verlängerung der Arme angesehen. Bei den Japanern stellt die höchste Stufe der Schwertkampf dar, jedoch sollte nicht vergessen werden, daß das Schwert indirekt eine
Weiterentwicklung des Stockes darstellt. Im Gendai-Ryu Bo-/ Hanbo Jutsu werden Angriffs- und Verteidigungstechniken gegen unbewaffnette und bewaffnete Angreifer gelehrt, z.B. Verteidigung gegen Schwert, Stock und
Speerangriffe etc.. Sowie verschiedene Bewegungsformen ( Katas ). Im Bo-/ Hanbo-Jutsu wird der Umgang mit verschiedenen Stocklängen unterrichtet: Bo ( ca.1.80m ), Hanbo ( ca.1m ), Jo-Bo ( ca.1.20m), Tanbo ( ca. 0.60m). Zudem werden auch Bo-Arten unterscheiden: Maru-Bo = runder Stab, Kaku-Bo = Vierkant Stab, Rokkaku-Bo = Sechskant Stab, Hakkaku-Bo = Achtkant Stab, Take-Bo = Bambusstab
Das Ende eines Bo heißt „Kontei“ und die Mitte wird Chubon-Bu genannt.
|